Kastenstandhaltung von Sauen

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Der Agrarausschuss des Bundestages hat zur Sauenhaltung in Deutschland getagt. Aus Tierschutzsicht muss u.a. die Haltung der Tiere im Kastenstand dringend abgeschafft werden. Einen Vorstoß dazu hat die Landesregierung Niedersachsen gemacht.

Die Initiative Niedersachsens hat eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorbereitet. Darin enthalten, auch eine Einschränkung der Kastenstandhaltung von Sauen. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den Vorstoß der Landesregierung, stellt jedoch grundsätzlich fest, dass die Verordnung zunächst seit Langem bestehende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz legalisiert.

Kastenstandhaltung verstößt gegen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung
Das sogenannte „Magdeburger Urteil“ und dessen Bestätigung durch das Bundesverwaltungsgericht im November 2016 hatten klargestellt, dass die gängige Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum gegen die Mindestanforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstößt. Eigentlich müssten die Vollzugsbehörden gegen jeden Betrieb, in dem Sauen derart tierschutzwidrig gehalten werden, vorgehen. Um das zu verhindern soll nun die bestehende Verordnung geändert und so die tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen legalisiert werden. Angesichts des Staatsziels Tierschutz sollte eine solche Vorgehensweise eigentlich nicht möglich sein.

Antrag in vielen Punkten unzureichend
Auch in Bezug auf die Fixierungsdauer geht der Antrag Niedersachsens dem Deutschen Tierschutzbund nicht weit genug: Eine Fixierung der Sauen von drei bis maximal fünf Tagen während der Rausche – der Zeit, in der die Sau trächtig werden kann - wäre aus Tierschutzsicht für die Besamung hinnehmbar, nicht aber die angedachten fünf bis acht Tage. Im vorliegenden Antrag vermisst der Deutsche Tierschutzbund zudem weitere Konkretisierungen, wie die Haltung der Sauen im Deckbereich verbessert werden kann: Details zur Buchtengestaltung fehlen ebenso wie Vorgaben hinsichtlich Platzangebot und Beschäftigungsmöglichkeiten. Für den Abferkelbereich braucht es aus Sicht des Verbandes ebenfalls konkrete Verbesserungsvorschläge, die u.a. ein Fixierungsverbot beinhalten, anstatt vager Absichtserklärungen.

Die Weichen müssen korrekt gestellt werden
 „Wir freuen uns, dass sich auf politischer Ebene etwas bewegt, auch wenn der Anlass eigentlich beschämend ist. Jetzt muss das Ziel der Ausstieg aus der tierschutzwidrigen Kastenstandhaltung sein - im Deck- und im Abferkelbereich“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir appellieren an den Agrarausschuss, jetzt sofort die richtigen Weichen für den Ausstieg zu stellen.“  Nach dem Ausschuss entscheidet am 22. September der Bundesrat über den Antrag der Länder.

„Check meinen Chip“

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Nur wenn die mit der Mikrochip-Nummer verbundenen Daten aktuell sind, kann ein entlaufenes Haustier schnell an seinen Halter zurück vermittelt werden. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte ruft mit der Aktion „Check meinen Chip“ alle Tierhalter zur Überprüfung der Daten auf. Die Aktion läuft vom 11. Bis 15. September 2017.

Wenn Bello und Mieze weglaufen oder Hansi durch das offene Fenster das Weite sucht, ist der Tierhalter meist verzweifelt und will seinen Schützling so schnell wie möglich zurück. Eine schnelle Rückführung ist jedoch nur dann möglich, wenn die mit der Mikrochip-Nr. verbundenen Daten des Tieres aktuell sind. Bei Vögeln kann das Tier dem Halter anhand der Ringnummer zugeordnet werden.

„Check meinen Chip“
Oftmals jedoch sind die Daten der Tiere nicht mehr aktuell. Da darüber hinaus generell noch zu wenige Tiere überhaupt gekennzeichnet und registriert sind, hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte die Aktion „Check meinen Chip“ ins Leben gerufen. Vom 11. Bis 15. September 2017 werden Hautierbesitzer dazu aufgerufen, die Daten ihres Schützlings zu überprüfen. Darüber hinaus sollten noch nicht gekennzeichnete Tiere durch einen Chip bzw. Mikrotransponder unverwechselbar gemacht werden. Mit der Chipnummer kann der Halter sie anschließend kostenfrei im Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes registrieren. Die Aktion „Check meinen Chip“ wird u.a.  in Kooperation mit dem Deutschen Haustierregister durchgeführt und findet künftig immer in der zweiten Septemberwoche statt.

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Markieren und registrieren
Die Kennzeichnung des Tieres muss von einem Tierarzt vorgenommen werden. Dieser setzt dazu einen reiskorngroßen Transponder mit einer Spritze unter die Haut der linken Seite des Halses des Tieres. Damit das Tier jedoch im Falle eines Falles auch seinem Halter zugeordnet werden kann, muss es zusätzlich registriert werden. Dazu kann die auf dem Chip gespeicherte 15-stellige Nummer – bei Ziervögeln die Ringnummer - vom Tierarzt oder vom Halter selbst beim Haustierregister hinterlegt werden, indem sie mit weiteren Angaben zu Tier und Halter gespeichert wird. Die Registrierung beim Deutschen Haustierregister ist kostenlos. Die Kennzeichnung mit Mikrochip ist übrigens für eine Reise in andere EU-Mitgliedstaaten für Hunde, Katzen und Frettchen vorgeschrieben.

Datenänderung
Zum Ändern der Daten erreichen Tierhalter das Haustierregister unter der Telefonnummer 0228-6049635 oder per E-Mail an info@registrierdeintier.de. Ob das Tier überhaupt schon registriert ist, können Halter über die Mikrochip-Nummer-Abfrage auf der Website www.registrier-dein-tier.de prüfen und die Anmeldung gegebenenfalls online kostenfrei nachholen.

Eine einfache und schnelle Rückführung mit Hilfe einer Kennzeichnung und Registrierung ist nicht nur für Halter und Tier von Vorteil – auch die Tierheime, die entlaufene oder entflogene Schützlinge bei sich aufnehmen, werden auf diese Weise entlastet.

Anmerkung:
Das „Deutsche Haustierregister“ des Deutschen Tierschutzbundes hat einen neuen Namen und heißt ab Mitte September FINDEFIX. Auf der neu erstellten Website www.findefix.com kann man zukünftig Tiere registrieren, vermisst melden oder nach vermissten Tieren in der eigenen Umgebung suchen. Neben einem neuen Namen bietet FINDEFIX auch einen optimierten und erweiterten Service - nach wie vor kostenfrei.

Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl

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Am 24. September ist Bundestagswahl. Für den Tierschutz ist die Wahl eine Chance, etwas zu bewegen. Wählerinnen und Wähler können als Entscheidungshilfe Wahlprüfsteine nutzen, die Auskunft über die tierschutzpolitischen Positionen der Parteien geben.

Missstände in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, immer noch legale Tierversuche und kein Wildtierverbot im Zirkus - in puncto Tierschutz hat sich in den letzten vier Jahren kaum etwas getan. Die Situation vieler Tiere ist immer noch unverändert schlecht. Mit der anstehenden Bundeswahl bietet sich Tierfreundinnen und Tierfreunden jedoch erneut die Chance, auf das tierschutzpolitische Geschehen Einfluss zu nehmen.

Wahlprüfsteine helfen bei der Entscheidung
Doch wohin soll man sein Kreuzchen am 24. September am besten setzten, um Verbesserungen im Tierschutz erreichen zu können? Als Hauptbestandteil seiner Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl“ hat der Deutsche Tierschutzbund sich mit Wahlprüfsteinen an die Parteien gerichtet. In ihren Rückmeldungen geben die Parteien Auskunft über ihre Positionen und zu ihren Plänen hinsichtlich des Tierschutzgesetzes, der Verbandsklage und zum praktischen Tierschutz der Tierheime. Darüber hinaus wurden die Politiker u.a. um Stellungnahme zu Themen wie dem Ersatz von Tierversuchen, zu Tieren in der Nahrungsmittelproduktion, Tieren in und aus der Natur und zu Heimtieren gebeten.

Forderungen an die Politik
Der Deutsche Tierschutzbund ist parteipolitisch neutral, sieht sich aber als tierschutzpolitisch konsequent. Mit seiner Kampagne stellt der Verband auch deutliche Forderungen an die Politik. Dazu gehören ein bundesweites Verbandsklagerecht und die grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes. Ebenso drängt der Verband auf eine Stärkung des karitativen Tierschutzes vor Ort, um die Finanzierung der Tierheime für die Zukunft sicherzustellen. Zum Ausstieg aus Tierversuchen muss die Politik eine konkrete Strategie erstellen und erarbeiten. Weiter fordert der Deutsche Tierschutzbund eine Nutztierstrategie, die unter anderem ein staatliches Tierschutzlabel einschließt und die Förderpolitik auf den Tierschutz ausrichtet. Nicht zuletzt gehört ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen zu den Kernforderungen des Verbandes.

Eine Stimme für die Tiere
Anhand der Wahlprüfsteine kann sich jeder, der sich für das Thema Tierschutz interessiert, über die Pläne der einzelnen Parteien informieren und das Ergebnis als Hilfestellung für seine Wahlentscheidung nutzen. Mit der Bundestagswahl wird auch der Grundstein für den Tierschutz in den nächsten Jahren gelegt. Tierfreunde sollten diese Chance nicht verpassen und am 24. September den Tieren ihre Stimme geben.

Wahlprüfsteine des Deutschen Tierschutzbundes siehe: www.tierschutzbund.de/tierschutz-check 

 

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